Historie
Frühgeschichte:
Die ältesten Baudenkmäler Korsikas sind Dolmen und Menhire aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. Zentrum dieser Megalithkultur ist der Südwesten. Mehrere bedeutende Menhirsammlungen wurden im Tizzano-Tal und am Caouria-Gipfel in der Nähe des berühmten großen Dolmen von Fontenaccia festgestellt. Um 3500 - 1600 v. Chr. entstanden die Menhirstandbilder. Ursprünglich grob gehauene Steine erhalten menschenähnliche Formen und später kriegerische Merkmale. Zu einer anderen Inselkultur gehören die "Torrier" die um 1600 - 1800 v. Chr. im Südosten Korsikas Fuß fassten und sich nach Norden hin ausbreiteten. Die Torrier waren Hausbauer, ihr Name ist abgeleitet von den massiven Rundbauten mit Kuppeln, die Torri genannt wurden. Sie haben eine gewisse Ähnlichkeit mit den Nuraghen auf Sardinien. Die Stadt Torre wird nach ihnen benannt. Andere Hinterlassenschaften im Satenais, Tavaro-Tal, im Nebbio und in der Balagne.
Griechen und Römer:
Um 560 v. Chr. gründen die Griechen an der Ostküste die Stadt Alalia, das spätere Aleria. Trotz der Konkurrenz der Etrusker und Karthager und der militärischen Beherrschung durch Karthago (278-259 v. Chr.) konnten sie ihre Handelsvorherrschaft bis zur Eroberung durch Rom (259 v. Chr.) erhalten. In der Folge beherrschten die Römer die ganze Insel, was in dem Bau von zahlreichen Städten und Häfen seinen Ausdruck fand.
Das Mittelalter:
Um 450: Invasion der Vandalen, gefolgt von einem kurzen Einfall der Ostgoten. 758: Korsika gelangt in päpstlichen Besitz. 8. bis 10. Jh.: Raubzüge und Invasionen der Araber.
Der Mohrenkopf:
Der markante Mohrenkopf ist das Symbol der korsischen Flagge und des korsischen Widerstandes und erinnert an die Vertreibung der Sarazenen des 11. Jh.
Korsika unter Genua:
1133 Papst Innozenz II. entscheidet im Konflikt zwischen den beiden Stadtrepubliken Pisa und Genua, die aufstrebende ligurische Stadt mit den korsischen Bistümern Mariana, Nebbio und Accia zu belehen. Genua neidet jedoch Pisa den Einfluss über Korsika und erobert 1187 Bonifacio und 1278 Calvi. 1284 werden die Pisaner in der Entscheidungsschlacht bei Meleria geschlagen. Bis 1729 bleiben die Genueser Alleinherrscher über Korsika.
Korsika im 18. Jahrhundert:
1729 bricht der Aufstand gegen Genua aus. 1736 geben sich die Korsen eine Verfassung und rufen den deutschen Abenteurer Theodor von Neuhoff zum König von Korsika aus. Er muss jedoch noch im selben Jahr die Insel verlassen. 1755 wird Pascal Paoli, der große korsische Freiheitsheld, zum General der korsischen Nation ausgerufen. Er macht aus Korsika einen unabhängigen Staat mit Corte als Hauptstadt. 1769 verkauft Genua seine Rechte auf Korsika an Frankreich. 1769 wird das korsische Heer geschlagen - Korsika wird französische Provinz.
Am 15. August 1769 wird in Ajaccio Napoleon Bonaparte geboren.
Im 2. Weltkrieg war es von 1942 bis 1943 von deutschen und italienischen Truppen besetzt.
Seit 1982 besitzt Korsika einen Sonderstatus, der eine beschränkte Autonomie vorsieht.
Kulinarisches
Zahlreiche italienische und französische Einflüsse, doch in der typisch korsischen Küche spiegeln sich die Kräuter der Macchia wider (Thymian, Rosmarin, Fenchel, Majoran, Myrte, Basilikum, Minze und Wacholder). Sie ist bodenständig und deftig und egal ob Schinken, Käse, Olivenöl oder Wein, hinter jedem Berg herrscht ein anderes Aroma...
Die korsische Küche hat sich viele Eigenarten bewahrt und hat heute besonders wegen ihrer ausgezeichneten Naturküche Beachtung, die im Europa der Massentierhaltung und der industriell betriebenen Landwirtschaft selten geworden ist.
Zum großen Sortiment für die korsische Küche gehören Oliven und Olivenöl, Obst und Gemüse, Artischocken, grüner Spargel, Pilze, Mandeln, Avocados, Haselnüsse, Feigen, Zitrusfrüchte und allen voran Kastanien/Maroni.
Die echte korsische Küche findet man im Landesinneren. Man sollte Touristenlokale vermeiden, um in den Genuss eines richtig guten korsischen Essens zu kommen. Dies passiert meist in einfachen, aber gemütlichen Häusern, oft Familienbetriebe. Für die Korsen selbst ist Essen mehr eine Nahrungsaufnahme, als ein Vergnügen (Ausnahmen bestätigen die Regel), deshalb sind die Speisen oft "einfach". In den größeren Städten wird die korsische Küche für Touristen als Spezialität angeboten. An der Küste haben Pizzerien und die kontinentale französische Küche die korsischen Schmankerl verdrängt.
Der korsische Käse:
Ein reines Naturprodukt ist der berühmte korsische Schafs- und Ziegenkäse. Selbst Freunde pikanter Käsesorten können vom starken Duft und Geschmack dieser korsischen Käsespezialitäten noch überrascht werden. Doch auf der korsischen Käsetheke finden sich auch mildere Käsesorten. Bis vor wenigen Jahren wurde der größte Teil der korsischen Milch ins französische Roquefort-sur-Soulzon geliefert. Heute verarbeiten die Hirten die Milch mit wachsendem Erfolg wieder direkt auf der Insel.
Eine besondere Spezialität ist der Brocciu, ein milder Frischkäse, ein enger Verwandter des italienischen Ricotta. In erwärmter Molke wird die frische Milch solange erhitzt, bis sie zu flocken beginnt, dann wird sie abgeschöpft. Brocciu wird nicht nur mit Obst, Honig und Kräutern gegessen, es werden auch Ravioli und Cannelloni oder Zucchini mit dem Frischkäse gefüllt. Am häufigsten bekommt man ihn aber als Gebäck zum Nachtisch gereicht: Fritelle au brocciu (kleine Krapfen), Fiadoni (Käsekuchen) oder Falculelle (flacher Käsekuchen auf einem Kastanienblatt).
Charcuterie corse:
Neben Ziegen und Schafen werden auch freilebende, halbwilde Hausschweine, Kühe und Kälber zu schmackhaften Braten verarbeitet. All diese Tiere ernähren sich - teilweise auch an den Steilhängen der Insel - im Wesentlichen von Kastanien, Bucheckern, Eicheln und Kräutern. Nur sehr selten werden sie zusätzlich gefüttert. So ist korsisches Fleisch erstklassiges Muskelfleisch, da die Tiere kein Fett ansetzen.
Die Charcuterie ist ein Produkt aus ausgezeichnetem Schweinefleisch. Zu einer "charcuterie corse" gehören Prisuttu (roher Schinken), Lonzu (Lachsschinken) und Coppa (Rollschinken). Figatelli sind kleine Würstchen aus feingeschnittener Schweineleber, die in Wein eingelegt, mit gepresstem Knoblauch und Pfeffer gewürzt und in Därme gefüllt wird. Figatelli werden roh, gebraten oder gegrillt verspeist.
Das Angebot erweitern Tauben, Enten, Rebhühner und Wachteln und oft steht auch außerhalb der Jagdsaison Wildschweinbraten auf der Speisekarte. Das liegt daran, dass hierfür verwilderte Hausschweine oder "gezähmte" Wildschweine verwendet werden.
Korsikas Fische:
Auf und rund um Korsika - diesem Gebirge im Meer - gibt es auch ein interessantes Fischangebot. In den Flüssen tummeln sich schmackhafte Forellen, in einigen Etangs werden köstliche Austern gezüchtet und besonders am Cap Corse und in Bonifacio werden Langusten gefangen. Meeresfische kommen nur zu einem kleinen Teil aus dem Mittelmeer, wobei Dorade (Goldbrasse), Loup de Mer (Seewolf), Pagout (Rotbrasse), und Rouget (Meerbarbe) zu den beliebtes