Beschreibung
Calvi, die Perle des Nordens, Nummer Eins unter den Ferienzentren der Insel, Schönste der Zitadellenstädte. Vom Meer her offenbart die Hauptstadt der Balagne die ganze Schönheit ihrer Lage. Im Osten liegt der rund 6 km lange, halbkreisförmige Sandstrand mit dem einzigen Pinienhain Korsikas. Diese malerische Bucht erhält ihre Krönung durch die Bergkulisse im Hintergrund, deren Gipfel bis in den Sommer hinein mit ihren restlichen Schneefeldern einen reizvollen Kontrast zum Küstenstreifen und dem Meer bilden. Der Blick vom Strand nach Calvi und damit zur Zitadelle ist großartig. Im Westen der Stadt ist der Küstenverlauf felsig und somit ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Die windabgewandte Nische an der Innenseite des Felsens wurde schon zur Römerzeit als Hafen genutzt - heute zieht sie die Skipper der Freizeityachten an, für die Calvi schon seit Entdeckung des Tourismus mit dem Ende des Ersten Weltkriegs ein bevorzugtes Ziel ist. Auch Prominenz erholt sich hier gern. Am sonnenverwöhnten Quai de Landry und in den Gassen des 6000-Einwohner-Ortes sind freilich Urlauber jeder Herkunft willkommen.
Highlights
Stadtviertel La Marine und Quai Landry:
1998 wurde der Quai Landry zu einer attraktiven Hafenpromenade mit mediterranem Flair umgestaltetet. Zahlreiche Restaurants, Straßencafes und Boutiquen laden zu längerem Verweilen ein. Die mit Palmen bepflanzte Uferpromenade gilt als die Flanierzeile Calvis schlechthin und ist sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Gästen gleichermaßen beliebt.
Chapelle Sainte Marie:
Hinter dem Gebäude der Unterpräfektur, an der Avenue de la République erhebt sich die
im 14. Jhdt. erneuerte Kapelle Sainte Marie. Hier befinden sich spärliche Reste der großen frühchristlichen Basilika des 4. Jh's mit drei Kirchenschiffen. Hier lag vermutlich auch die älteste Siedlung des Stadtgebietes.
Place Christophe Colomb:
Dieser befindet sich unterhalb des Aufstiegs zur Zitadelle. Warum Christophe Colomb in Calvi geboren wurde: Da Christophe Colomb höchstwahrscheinlich Genuese war, erhebt natürlich auch Calvi, ebenso wie vielen andere europäische Orte, den Anspruch, Geburtsstadt des großen "Amerika-Entdeckers" zu sein. Fraglich ist allerdings, ob er wirklich in dem Haus am Carrugio del Filo in der Zitadelle geboren wurde. Heute erinnert eine Gedenktafel an der "Maison natale de Christophe Colomb" und eine neue Kolumbus-Büste an der Außenmauer der Zitadelle an den großen Entdecker.
Zitadelle:
Man betritt die Zitadelle durch das Eingangstor, das ehemals durch eine Zugbrücke und ein Fallgitter unzugänglich gemacht werden konnte. Über diesem einzigen Eingang zur Zitadelle ist die 1555 eingemauerte Tagel mit dem Treuemotte "Civitas semper fidelis" zu sehen. Die rechteckige Festungsanlage mit ihren drei Bastionen wurde auf einem Granitfelsen errichtet, der an seiner höchsten Stelle 82 m tief ins Meer abstürzt und stellenweise von Geigenkakteen bedeckt ist.
Die älteste Bausubstanz geht auf das ausgehende 13. Jh. zurück, wurde jedoch in den folgenden Jahrhunderten von den Genuesen fortwährend verstärkt und erweitert. Zwischen 1453 und 1491 wurde die von zwei rundtürmen gekrönte Festung südwestlich der Église St-Jean-Baptiste fertiggestellt und 1545 begann man mit dem Bau des neuen Mauerrings, der nach dem türkisch-französischen Feldzug zwischen 1553 und 1554 abgeschlossen wurde. Um die Mitte des 18. Jh's wurde das Kastell vergrößert und auf für Stockwerke mit nunmehr etwa 70 Räumen erhöht.
Geführte Besichtigung der Zitadelle:
Gruppen ab 15 Personen: € ca. 6,-
Gruppen ab 6 Personen: € ca. 9,-
Sprache: Französisch/Englisch/Italienisch/Deutsch
Vorreservierung mindestens 48 Stunden im Voraus notwendig! Reservierung und Informationen im Tourismusamt Calvi, Tel.: 0495 651667
Individual Reisende können die Zitadelle mit einem Walkman (mit der gewünschten Sprache - Französisch/Englisch/Italienisch/Deutsch) auf eigene Faust erkunden.
Preis pro Person: € ca. 7,-
Notre-Dame de la Serra:
Ca. 5 km außerhalb von Calvi, der Küstenstraße nach Porto folgend, befindet sich die Kapelle Notre-Dame de la Serra. Sie wird von einer Marienstatue überragt, die auf einem Felsen steht. Errichtet wurde die Kapelle im vergangenen Jahrhundert auf der Ruine eines Gebäudes aus dem 15. Jh., das während der Belagerung von 1794 zerstört wurde. Die Kappelle liegt auf dem Gipfel eines 216 m hohen Hügels und bietet einen großartigen Rundblick auf Calvi und seinen Golf, auf das Tal von Calenzana und das dahinter liegende Bergmassiv des Monte Cinto. Bis vor einigen Jahren befand sich hier die auf Pergament bemalte Darstellung der Unbefleckten Empfängnis vom ausgehenden 15. Jh.; aus Sicherheitsgründen wird diese heute in der Kirche Ste-Marie-Majeure in Calvi verwahrt.
Geschichte
Gründung:
Der natürliche Hafen am Fuße des Felssporns wurde vermutlich bereits in der Antike von phönizischen, griechischen oder etruskischen Seefahrern besucht. Die Römer gründeten dort im 1. Jh. n. Christus ein Dorf (Sinus Casalis oder Caesiae) im Gebiet des heutigen Stadtviertels La Marine und der Tour du Sel. Im 4. Jh. besaß der Ort bereits eine frühchristliche Basilika. Nach den Sarazeneneinfällen wurde Calvi von den Pisanern besetzt, doch nach einem Streit der einheimischen Patrizier um das Gebiet, wurde Calvi 1275 den Genuesen übergeben.
Genuesische Herrschaft:
Genua machte die Stadt Calvi zu einem wichtigen Stützpunkt und verlieh ihr denselben autonomen Status, wie ihn bereits Bonifacio besaß. Nach dem Übergang der Herrschaft an die Bank des hl. Georg 1454 bis 1559 widerstand Calvi den Versuchen Sampiero Corsos, gemeinsam mit dem türkischen Piraten Dragut, einem Sarazenen, im Dienste des türkischen Sultans die Stadt zu erobern. Für seinen heroischen Kampf, an dem Männer wie Frauen teilnahmen, verlieh man Calvi den Titel „Civitas semper fidelis“ (= „die immer getreue Stadt“), den man noch heute auf einer Tafel über dem Eingang der Zitadelle lesen kann.
Calvi bekräftigte seine Treue zu Genua auch anlässlich des korsischen Unabhängigkeitskrieges und beherbergte die Gegner Pasquale Paolis, darunter 1793 auch Napoleon (im Palais Giubega in der Zitadelle). Im folgenden Jahr musste die von den Engländern und den Anhängern Paolis belagerte und ununterbrochen bombardierte Stadt völlig zerstört kapitulieren. In der Schlacht wurde der Seeoffizier Nelson, der später zum Admiral ernannt wurde, von einem Steinsplitter getroffen und verlor dabei ein Auge.
Unter Frankreich:
Bereits 1796 verließen die Engländer Korsika und Calvi kam an Frankreich. Im Zweiten Weltkrieg diente der Hafen als Basis für die Landung der Alliierten in der Provence. Seit 1967 ist in der Zitadelle eine Anteilung der Fremdenlegion stationiert.