Beschreibung
Bis 1811 war Bastia die Stadt, von der aus Genua die ganze Insel regierte, heute ist es das bedeutendste Wirtschaftszentrum und der größte Hafen Korsikas, während es den Vorrang als Verwaltungshauptstadt an Ajaccio abgetreten hat. Im betriebsamen Hafen werden 60 % des Personen- und Güterverkehrs abgewickelt, vor allem deutsche Autoreisende wählen bevorzugt Bastia als ihren Ankunftshafen.
Um die alten Gründungsviertel „Terra Vecchia“ und „Terra Nova“ – alter Hafen und Zitadelle – erstreckt sich die moderne Stadt. Dass sie nicht in erster Linie Touristenstadt ist, sondern ein geschäftiges Zentrum des Alltagslebens mit einer stimmungsvollen Altstadt, macht ihren Charme aus.
Highlights
Place St. Nicolas:
im Stadtviertel Terra Vecchia, großzügig angelegter Platz, gesäumt von zahlreichen Straßencafes und Restaurants; beliebter Treffpunkt der Bastianer und der zahlreich eintreffenden Touristen; an der Längsseite des Platzes verläuft eine Häuserreihe versetzt, der Boulevard Paoli, die wichtigste Geschäftsstraße Bastias.
Chapelle Saint-Roch:
Kirche in kassizistischem Stil des 17. Jhdt., bemaltes Chorgestühl von dem Florentiner Künstler Giovanni Filiberto; prächtige Innendekorationen.
Chapelle de l'Immaculee:
einschiffige Kapelle, ausgestattet mit kostbaren Stoffen und freskengeschmückter Decke; heute Museum für kirchliche Kunst.
Place de l'Hotel de Ville:
im Zentrum des alten Viertels; täglich Markt der einheimischen Bauern und Kunsthandwerker.
St. Jean Baptiste:
Ende des 16. Jhdt. errichtete barocke Kirche, deren Türme das Hafenbild überragen; Erweiterung des Baus im 18. Jhdt., reiche mit Gold, Stuck und Trompe-l'oeil Malerei verzierte Innenwände, prunkvolle Altäre, die Marmorkanzel und ein Marmortaufbecken sind noch heute hervorragend erhalten.
Zitadelle:
eine kleine Stadt, innerhalb der Stadt mit engen Gassen, Geschäften und Kirchen; Gouverneurspalast (ehemaliges Zentrum der administrativen und militärischen Macht Bastias), heute Museum für korsische Volkskunde (Ausstellungsschwerpunkte: Geologie, Flora, Fauna, Geschichte, Folklore, Wirtschaft und Gesellschaft der Insel); im Pulvermagazin von einst ist nun das Marinemuseum untergebracht; im Hof des Palais befindet sich der Kommandoturm des U-Bootes "Casabianca", welches im 2. Weltkrieg die Verbindung zwischen Korsika und Algerien sicherte.
Eglise Ste. Marie:
Hauptkirche der Zitadelle, bis 1801 Bischofsitz, drei-schiffiger barocker Innenraum mit zahlreichen Kunstwerken (zB Tafelgemälde aus dem 15. Jhdt. und kunstvoll geschnitztes Chorgestühl).
Chapelle Sainte-Croix:
im Schatten der ehemaligen Kathedrale Ste. Marie, elegante Innenausstattung im Rokkoko-Stil. Schwarzes Kruzifix "Christ des Miracles" - der Legende nach wurde es im 15. Jhdt. von Fischern aus dem Meer gezogen und wird deshalb noch heute von den Fischern der Stadt verehrt.
Geschichte
14 Jhdt.:
Bau eines befestigten Turmes (ital. Bastiglia) - Grundstein zum Viertel Terra Nova, heute Terra Vecchia genannt.
15 Jhdt.:
Burg und angrenzende Häuser werden mit einer Mauer umgeben. Bastia wird gleichzeitig Hauptstadt der Insel.
Durch zunehmende Handelsbeziehungen und die Verlegung des Bischofssitzes werden zahlreiche Kirchen und Klöster errichtet und der Hafen erweitert.
Während der Unabhängigkeitskriege (1730) wird das Hafenviertel geplündert und teilweise zerstört.
Seit der Ernennung Ajaccios zur Hauptstadt (1811) der Region, wird Bastia in erster Linie als Handels- und Industriestadt bedeutend. Auch nach dem 2. Weltkrieg siedeln sich südlich von Bastia Unternehmen an. Bastia hat sich bis heute zum wichtigsten Beschäftigungs-zentrum der Insel entwickelt.
1984:
Bau des Strassentunnels, welcher den alten Hafen und die Zitadelle unterquert, sorgt für eine wesentliche Entlastung der verkehrsstrapzierten Innenstadt.
Bastia heute:
Grosses kulturelles und musikalisches Angebot.
Zahlreiche Märkte der verschiedensten Arten (u.a. auch Verkauf von einheimischen Produkten) am Place Saint-Nikolas.