Beschreibung
Auf einer breiten, von einem Turm gekrönten Landspitze schmiegt sich Cargèse in einen Südhang, dessen Fuß einen Hafen umschließt. Die neueren Ausläufer des Dorfes ziehen sich über den Sattel landeinwärts. Eine belebte Durchgangsstraße mit Cafés und Geschäften bildet das Zentrum des Geschehens, unterhalb und seitlich verlaufen die rasterförmig angelegten Gassen des alten Ortskerns – ein für Korsika unübliches Straßenmuster. In dem schmucken Dorf wohnen weniger Badegäste als an den umliegenden Buchten, man kommt in den Ort um ein wenig zu flanieren und die Betriebsamkeit von den Bars aus zu genießen.
Highlights
Église de l’Assomption:
Der kleine Ort besitzt 2 Kirchen. Die römisch-katholische Himmelfahrtskirche (Église de l’assomption oder Église latine) mit freistehender Campanile wurde 1821 – 1831 im neobarockem Stil erbaut.
Église Saint-Spiridon:
Die griechisch-orthodoxe Kirche wurde Ende des 19. Jh. an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet und dem hl. Spiridon gewidmet. Die Ikonostase von 1886 ist mit Heiligenbildern auf Goldgrund geschmückt und trennt das Kirchenschiff von Sanktuarium. Einige Ikonen wurden von den ersten Siedlern aus Griechenland mitgebracht, z.B. die Darstellung der Kirchenlehrer Basilius der Große, Gregor von Nazianz und Johannes Chrysostomus oder eine wertvolle „Grablegung Christi“ (Epitaphios) aus dem 13. Jh. Der „Geflügelte Johannes der Täufer“ entstand im 16. Jh. in dem griechischen Mönchskloster auf dem Berg Athos.
Geschichte
Die Geschichte von Cargèse beginnt im Jahre 1675, als die Einwohner des peloponnesischen Ortes Vitylo den Senat von Genua baten, ihnen ein unbewohntes Gebiet auf Korsika zu übertragen. Im März des Jahres 1676 erreichten etwa 730 Siedler die Hügel zwischen Sagone und Porto und gründeten dort das Dorf Paomia. Die einheimische Bevölkerung der umliegenden Gebiete griff jedoch die Neuankömmlinge mehrmals an, sodass diese von 1732 bis 1774 nach Ajaccio übersiedelten. Hier bestellten sie das Land und erbauten die sogenannte Chapelle des Grecs. Der französische Gouverneur Marbeuf gründete 1774 den Ort Cargèse. Er ließ um die 100 Wohnhäuser und die griechisch-orthodoxe Kirche errichten und teilte jeder Familie 22 ha Ackerland zu. Doch während der französischen Revolution sahen sich die Siedler 1793 von Neuem gezwungen, nach Ajaccio zu fliehen. Um 1801 kehrten dann einige Familien nach Cargèse zurück. Heute pflegen nur noch wenige - der vollkommen integrierten Nachfahren der ersten griechischen Siedler - die Sprache, Religion und das Brauchtum ihrer Vorfahren.